Geräuschlos taucht Shōsa Kotera aus dem Schwarz der Nacht auf, gekleidet in Weiss, der Farbe des Todes. In der Hand hält er seinen Hut, darin eingenäht eine Münze für den Fährmann, der ihn im Falle seines Ablebens auf die andere Seite des Flusses bringen wird. Kotera ist ein Teenager mit geschorenem Kopf, dicker Brille und heller Stimme, ein Bübchen noch, und doch bereit, zu sterben.

«Tausend Mal um den Berg»
Christian Schmidt über die japanischen Tendai-Mönche, die auf dem Weg zur Erleuchtung tausend Mal den Mount Hiei ob Kyoto umrunden und dabei ihr Leben riskieren.


Publiziert in REPORTAGEN Nr. 45, Januar 2019

Christian Schmidt, 1955, Studium der Geschichte und Publizistik (ohne Abschluss). Journalist, Texter für Nonprofit Organisationen und Buchautor. Freischaffend aus Überzeugung.
 
Preise

2019: Shortlist für Zürcher Journalisten Preis zum Thema «Schweizer im Rotlicht», publiziert in REPORTAGEN Nr. 41 pdf


2007: Zürcher Journalisten Preis für Reportage über die erste Zwangsenteignung einer deutschen Farm in Namibia, publiziert in «NZZ Zeitbilder» [pdf]

2006: Journalistenpreis «Alstom» für Reportage über den Abbruch des grössten Atomkraftwerks der DDR, publiziert in «NZZ Zeitbilder» [pdf]

2005: Auszeichnung im Rahmen «Hansel-Mieth-Preis» für Reportage über den Bau der Grenzmauer zwischen Israel und Palästina, publiziert in «NZZ Zeitbilder» [pdf]

1999: Auszeichnung im Rahmen «Hansel-Mieth-Preis» für Reportage über die abgelegenste bewohnte Insel der Welt, publiziert in «Geo» [pdf]


1999: Stipendium «Christoph-Eckenstein-Stiftung» für Recherche über das Leben der indischen Gefängnisreformerin Kiran Bedi, publiziert in «annabelle» [pdf]